Archiv der Kategorie: Allgemein

StolperKunst

Stolpersteine bilden das größte dezentrale Mahnmal der Welt, allein 800 liegen in Stuttgart, von bürgerschaftlichem Engagement getragen und durch Spenden finanziert.

Kunst belebt Erinnerung! Deshalb haben sich die Stuttgarter Stolperstein-Initiativen mit Kunstinstitutionen und Künstlern verbündet, um mit StolperKunst die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit zu stimulieren und mit der Gegenwart zu verknüpfen. Die Aufforderung der Stolpersteine soll aufgegriffen und die Frage „Was geht es uns heute an?“ neu gestellt und mit künstlerischen Mitteln beantwortet werden. In einer Zeit, wo Unkenntnis, daraus entspringende Unsicherheit und Angst zum Wiederaufleben rechter Ideologien führen, möchten die Beteiligten durch neue Ansätze, kritische Auseinandersetzung und kunstübergreifende Aktionen konkrete Stuttgarter Schicksale ins Hier und Jetzt holen: in Ateliers und Galerien, auf Bühnen und in Konzertsäle, in den öffentlichen Raum und in private Wohnungen …

Ein Initiativkreis hat sich gebildet, erste Ideen und Projekte wurden skizziert einige auch schon realisiert. Einigkeit besteht darüber, dass der Art künstlerischer Mitwirkung keine Grenzen gesetzt sind. Ob Lesung, Installation, Grafik, Skulptur, Konzert oder Aufführung – willkommen ist, was die Erinnerung belebt und zum Nachdenken anregt. Anlässe können Gedenktage, Stolperstein-Verlegungen, besondere Ereignisse wie die 2018 anstehende Eröffnung des Lern- und Gedenkortes „Hotel Silber“ und durchaus auch der Alltag sein. Alle Kunst- und Kulturschaffenden sind herzlich zur Beteiligung eingeladen.

Die Initiatoren: Harald Stingele und Rainer Redies, Gabriele Hintermaier und Boris Burgstaller
www.stolperkunst.de

StolperKunst wird bis jetzt getragen von:

Institutionen: Freie Kunstschule Stuttgart e.V. • Kunstverein Wagenhalle • Lokstoff!• Schauspiel Stuttgart • Schauspielschule der HMDK Stuttgart • TheaterhausStuttgart• Theater La Lune •theater tri-bühne
Künstlern: Antonio Bras, Klang- und Medienkünstler • Sabine Bräuning, Schauspielerin •Boris Burgstaller, Schauspieler • Florian Dehmel, Regisseur • Frank Eisele, Musiker • Peter Grohmann, Autor, Kabarettist • Julianna Herzberg, Schauspielerin und künstlerische Leitung • Wilma Heuken, Musikerin •.Kathrin Hildebrand, künstlerische Leitung, Schauspielerin • Gabriele Hintermaier, Schauspielerin • Stefan Kirchknopf, stellvertretender Intendant • Edith Koerber, Intendantin • Natascha Kuch, Schauspielerin• Stephan Moos, Schauspieler • Nicola Merkle, Produktionsleitung • Eva Moseler, Leiterin künstlerisches Produktionsbüro • Reinhold Ohngemach, Schauspieler • Martin Priebe, Musiker • Barbara Putzhammer, Öffentlichkeitsdramaturgin • Dr. Mascha Riepl-Schmidt, Literaturwissenschaftlerin, Autorin • Manoel Vinicius Tavares da Silva, Schauspieler • Peter Schlack, Autor, bildender Künstler • Wilhelm Schneck, künstlerische Leitung und Regisseur • Mechtild Schöllkopf-Horlacher, Malerin • Gudrun Schretzmeier, Kostüm-und Bühnenbildnerin • Werner Schretzmeier, Regisseur, Theaterleiter • Alexa Steinbrenner, künstlerische Leitung, Dramaturgin • Hans-Jürgen Trinkner, Bildender Künstler •Dora Varkony, Bildhauerin • Christian Werner, Schauspieler • Frederik Zeugke, Dramaturg

Stand: Oktober 2017

 

„Nebel im August“ – Filmabend im Haus der Katholischen Kirche

Die Landeshauptstadt Stuttgart veranstaltet gemeinsam mit dem Gemeindepsychiatrischen Verbund Stuttgart

am Donnerstag, den 18.01.18
um 18.00 Uhr
im Haus der Katholischen Kirche
Königstraße 7, 70173 Stuttgart

einen Filmabend in Verbindung mit einem anschließenden Gespräch mit dem Initiator des Films Dr. Michael von Cranach und dem Regisseur Robert Domes sowie Frau Amalie Seidel, die Schwester des Jungen, der der Euthanasie zum Opfer fiel.

Titel des Films: „Nebel im August“

Der Film dokumentiert die Geschichte eines Jungen, der im Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren dem Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten zum Opfer fällt.
Eine ausführlichere Einladung ergeht rechtzeitig.

Für den Gemeindepsychiatrischen Verbund Stuttgart
Dr. Klaus Obert und Rosel Tietze

Jugendbegegnungen in Sant´Anna di Stazzema

Wer sich für das Projekt „Jugendbegegnungen in Sant´Anna di Stazzema“ interessiert, und besonders wer vielleicht im nächsten Jahr mitfahren möchte, hat jetzt Gelegenheit, die diesjährigen TeilnehmerInnen des Jugendworkcamps und das Begleitungsteam kennenzulernen.

In Zusammenarbeit mit Jürgen Weber, Regisseur, didactmedia, Konstanz und dem Stadtjugendring Stuttgart zeigen wir im Rahmen des Nachbereitungsseminars der diesjährigen Fahrt nach Sant´ Anna den Film „Das zweite Trauma“ von Jürgen Weber.

Anschließend gibt es die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Mehr zum Projekt findet Ihr hier: http://hotel-silber.de/?p=1903

Die Veranstaltung findet statt am

Samstag, 14. Oktober 2017, um 19:00 Uhr

im „Forum3“, Gymnasiumstraße 21, Stuttgart

Da die Zahl der Sitzplätze begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung bei Friederike Hartl vom Stadtjugendring unter Email: friederike.hartl@sjr-stuttgart.de, Stichwort Sant´ Anna

Die Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V. ist an diesem Projekt der Initiative Sant´ Anna di Stazzema der AnStifter zusammen mit der Naturfreundejugend Württemberg e.V. beteiligt. Finanziert wird das Workcamp vom Land Baden-Württemberg und dem Deutsch-Italienischen Zukunftsfonds und durch die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, welche die Vor- und Nachbereitungsseminare der Fahrt fördert.

Das Stuttgarter Deserteurdenkmal

Seit zehn Jahren steht das von privaten Spenderinnen und Spendern finanzierte Deserteurdenkmal vor dem Theaterhaus. Das Denkmal erinnert an die Männer. die sich der Fortsetzung des Krieges in Hitlers Wehrmacht verweigerten und dies, wenn sie gefasst wurden, mit ihrem Leben bezahlten. Lange galten sie als Verräter und Feiglinge; erst 2002 wurden sie vom Bundestag rehabilitiert.

Der Standort auf dem Pragsattel sollte nur ein vorübergehender Standort sein. Die Initiative Deserteurdenkmal wollte immer, dass das Denkmal an einem geeigneten Platz in der Innenstadt aufgestellt wird. Doch alle Vorstöße in dieser Richtung blieben stecken.

Jetzt kommt Bewegung in dieses Thema. Die Gemeinderatsfraktionen der SPD, der Grünen, SÖS-Linke, sowie Sibel Yüksel von der FDP-Fraktion haben einen Antrag gestellt, das Deserteurdenkmal in die Innenstadt zu verlegen. Den vollständigen Antrag finden Sie hier: http://hotel-silber.de/wp-content/uploads/2017/09/2017-06-30_Antrag_Verlegung_Deserteurdenkmal.pdf

Der genaue Standort des Denkmals ist noch nicht entschieden; hierfür gibt es verschiedene Optionen innerhalb der „Diagonale der Erinnerung“ zwischen Mahnmal auf dem Karlsplatz und Hotel Silber in der Dorotheenstrasse. Das für und wider der verschiedenen Möglichkeiten wird am 9. Oktober 2017, 12:00 Uhr im Hospitalhof auf einer öffentlichen Veranstaltung diskutiert. Dort wird auch ein Vertreter der Hamburger Initiative Deserteurdenkmal über die dortigen Erfahrungen berichten.

Nachstehend die Einladung zu dieser Veranstaltung

Das Stuttgarter Deserteurdenkmal und die Diagonale der Erinnerung Bedeutung und Geschichte der Deserteurdenkmale in Stuttgart und in Hamburg

Montag, 9.10.2017, 19:30 Uhr
im Hospitalhof Stuttgart
Büchsenstr. 33, Stuttgart
Kleiner Lechler-Saal im 1. Obergeschoss

Die bürgerschaftliche Initiative „Deserteurdenkmal für Stuttgart“ machte es möglich, dass mit einem Denkmal an die während des Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Deserteure der Wehrmacht in Stuttgart erinnert wird. Das Denkmal soll von seinem jetzigen Standort am Theaterhaus an die „Diagonale der Erinnerung“ in der Innenstadt versetzt werden. Ein Anlass, um an die Geschichte der Deserteure in Stuttgart zu erinnern, Initiativen aus anderen Städten vorzustellen und über den Stadtraum am Karlsplatz nachzudenken, wo zwischen Kaiserdenkmal und den Gedenkorten an die Opfer des Nationalsozialismus ein Spannungsfeld entstanden ist, das ein Nachdenken über Faschismus, Krieg und Gewalt ermöglicht:

Einführung in die Themen:

  • Roland Blach zur Geschichte des Deserteurdenkmals in Stuttgart,
  • Oliver Thron über Bedeutung und Geschichte des Deserteurdenkmals in Hamburg,
  • Joachim Sauter über die Bezüge der Gedenkorte an der „Diagonale der Erinnerung“.
    Anschließend Diskussion zur Standortfrage.

Veranstalter: Initiative Deserteur-Denkmal für Stuttgart in Kooperation mit der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V., und dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof

Aktueller Hinweis: In Zuffenhausen wird Gunter Demnig morgen, 9.10.2017 um 9:00 in der Ludwigsburger Straße 171 einen Stolperstein verlegen , der an Friedrich Wohlfarth erinnrt, der 1943 aus der in Straßburg stationierte Wehrmacht-Division 405 desertierte und wegen „Fahnenflucht“ im Juni 1944 im Lichthof des Stuttgarter Justizgebäudes in der Urbanstraße 19 a enthauptet wurde. Mehr zur morgigen Stolpersteinverleguzng siehe: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=964http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=964.http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=964

Fritz Bauer oder die Pflicht zum Ungehorsam

Offener Workshop:
Fritz Bauer oder die Pflicht zum Ungehorsam

Vortrag und Diskussion mit Irmtrud Wojak, München
Filmvorführung „Fritz Bauer – Tod auf Raten“

Samstag, 30.9.2017, von 14:30 – 18 Uhr
im Seminarraum im Welthaus Stuttgart e.V.,
Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart

„Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwas tun, dass sie nicht zur Hölle wird.“ (Fritz Bauer)

Der Jurist Fritz Max Bauer, selbst ein Widerstandskämpfer und Exilant, brachte als Verfolgter des Nazi-Regimes Auschwitz, die Verbrechen der Wehrmacht, NS-Justiz und NS-Medizin vor Gericht. Anfeindungen und Morddrohungen verfolgten ihn deshalb bis zum Tod.

Irmtrud Wojak, Historikerin und Autorin der Biographie „Fritz Bauer 1903-1968“ sowie Initiatorin der gemeinnützigen BUXUS STIFTUNG GmbH, die Projekte im Sinne des Anwalts und Kämpfers für die Menschenrechte fördert, spricht über Bauers Leben und Werk. Was macht Menschen stark, selbst unter extremen Bedingungen? Im Mittelpunkt des Vortrags steht Fritz Bauers Plädoyer für das Recht und die Pflicht zum Ungehorsam, das heute – 72 Jahre nach 1945 – aktueller denn je ist.

Der Dokumentarfilm „Tod auf Raten“ (Regie: Ilona Ziok, Berlin, CV-Film 2010) über das Leben Fritz Bauers und seiner Widersacher damals und heute steht im Mittelpunkt dieses Workshops. Welche Bedeutung hat Bauers Werk und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus heute?

Bitte um Anmeldung unter anmeldung@hotel-silber.de oder telefonisch bei Friederike Hartl: (0711) 2372631

Veranstalter: Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. in Zusammenarbeit mit der Initiative Lern- Und Gedenkort Hotel Silber e.V.