Filme

Der Film ist eine Kunstform mit einer schöpferischen Auseinandersetzung zu einem Thema. Zur NS-Geschichte der Euthanasieverbrechen gibt es wenig Filme, die sich damit auseinander setzen. In der Erinnerungswoche zeigen wir am Samstag, 30. Juni, um 17:30 h einen Dokumentationsfilm zu Stetten/Remstal mit seinem Umgang der NS-Euthanasiemorde. Am Montag, den 3. Juli, 15:00 h, wird der Spielfilm „Nebel im August“ aufgeführt, ebenfalls am Montag um 17:00 h die Filmdokumentation „Gehörlose Opfer der Zwangssterilisation und der Euthanasie in der NS-Zeit“. Am Donnerstag, 5. Juli, 15:00 h, wird der Spielfilm „Ich werde nicht schweigen“ gezeigt. Daneben die DiaShows „Ein Stein für Gerda“ und „Spur der Erinnerung“.

Stetten. Grafeneck. 1940   403 Behinderte aus der Anstalt Stetten wurden 1040 mit den „Grauen Bussen“ nach Grafeneck transportiert und dort vergast. 70 Jahre später fand in der Gemeinde Stetten eine Gedenkaktions statt. Im Dorf wurden 403 Stühle mit den Namen der Ermordeten aufgestellt, mit Hussen, die von Familienangehörigen, Schulklassen und Künstlerinnen gestaltet wurden. Im Rahmen der Gedenkaktion wurden zahlreiche Interviews mit Zeitzeug*innen aus dem Dorf, Vertreter*innen der Einrichtung, Verwandten und Nachkommen der Ermordeten geführt. So entstand ein Kaleidoskop der Erfahrungen und unterschiedlichen Reaktionen auf die „Euthanasie“. Filmdauer: 60 Minuten; Ein Film der Allmende Stetten im Rahmen des „Projekt Dorfgedächtnis“

Im Film „Nebel im August“ wird mit dem Mittel eines Spielfilms die NS-Euthanasieverbrechen thematisiert. Ernst Lossa, ein  unangepasstes Kind, Sohn fahrender Händler, gerät in die Räder der öffentlichen Erziehung. Als „nicht erziehbar“ eingestuft und in eine Nervenheilanstalt verlegt  erhält dort die Diagnose „erblicher Asozialität“ und wird im Rahmen der NS-Kindereuthanasie ermordet. Der Film verzichtet auf spektakuläre Szenen mit lautstarken und herrischen Nationalsozialisten, stattdessen wird in ruhigen und sensiblen Bildern die Mordmaschinerie der NS-Medizin aufgezeigt. In den Hauptrollen: Ivo Pietzcker als Ernst Lossa, Sebastian Koch als Dr. Veithausen, Fritzi Haberlandt als Schwester Sophia und Juke Hermann als Nandl

„Gehörlose Opfer der Zwangssterilisation und der Euthanasie in der NS-Zeit“ ist ein Dokumentarfilm der Bundesvereinigung für Kultur und Geschichte Gehörloser. Der Film zeigt die Lebensgeschichten von einigen gehörlosen Opfern der Zwangssterilisationen und NS-Euthanasie. Der Filmautor Helmut Vogel und der Kameramann Jürgen Endress haben die von Zwangssterilisation Betroffenen an verschiedenen Orten aufgesucht und sie beim Erinnerungsprozess begleitet. Der etwa 50minütige Film möchte dazu beitragen, dass diese Geschehnisse nicht vergessen werden. Der Film wurde von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert und ist barrierefrei in Deutscher Gebärdensprache/Deutsch mit deutschen Untertiteln

„Ich werde nicht schweigen“ Eine junge Frau, Kriegerwitwe mit zwei Söhnen, wird im Konflikt mit der Sozialverwaltung in die Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen mit der Diagnose Schizophrenie eingewiesen. Nach ihrer Entlassung kämpft sie um ihre Rehabilitierung und nimmt wahr, dass zwar äußerlich der nationalsozialistische Spuk weg ist, nicht aber im Denken der Menschen und im Alltagsleben. Sie ahnt und beginnt zu verstehen, dass in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen Ungeheuerliches geschehen ist: die Tötung kranker und behinderter Menschen durch Vernachlässigung, Tothungern und Verweigerung medizinischer Hilfen.

„Spur der Erinnerung“ eine DiaShow zur Auftragung einer durchgehenden Farbspur von Grafeneck, Schwäbische Alb, in den Stuttgarter Kessel vor das Gebäude des vormaligen Innenministeriums Württemberg. Eine Spur vom Tatort des Massenmordes an kranken und behinderten Menschen zum Ort der Schreibtischtäter – Akademiker mit sauberen Händen. Die DiaShow informiert über das einmalige Bürgerprojekt mit etwa 8.000 Beteiligten und über die geschichtlichen Hintergründe. Dauer der DiaShow 15 Minuten.

„Ein Stein für Gerda“ Bildbericht zur Verlegung eines Stolpersteines im Jahr 2013 für Gerda Metzger vor der ehemaligen Stuttgarter Kinderklinik. Gerda wurde 1943 gegen den Willen Ihrer Mutter in die Stuttgarter Kinderklinik verbracht und dort von Ärzten ermordet. Ihr Todesurteil: Behinderung