Filme

Der Film ist eine Kunstform mit einer schöpferischen Auseinandersetzung zu einem Thema. Zur NS-Geschichte der Euthanasieverbrechen gibt es wenig Filme, die sich damit auseinander setzen. In der Erinnerungswoche zeigen wir am Montag, den 3. Juli, 15:00 h, den Spielfilm „Nebel im August“, ebenfalls am Montag um 17:00 h die Filmdokumentation „Gehörlose Opfer der Zwangssterilisation und der Euthanasie in der NS-Zeit“. Am Donnerstag, 5. Juli, 15:00 h, wird der Spielfilm „Ich werde nicht schweigen“ und um 18:15 h der Kurzfilm „Heil Emil“ aufgeführt.

Im Film „Nebel im August“ wird mit dem Mittel eines Spielfilms die NS-Euthanasieverbrechen thematisiert. Ernst Lossa, ein  unangepasstes Kind, Sohn fahrender Händler, gerät in die Räder der öffentlichen Erziehung. Als „nicht erziehbar“ eingestuft und in eine Nervenheilanstalt verlegt  erhält dort die Diagnose „erblicher Asozialität“ und wird im Rahmen der NS-Kindereuthanasie ermordet. Der Film verzichtet auf spektakuläre Szenen mit lautstarken und herrischen Nationalsozialisten, stattdessen wird in ruhigen und sensiblen Bildern die Mordmaschinerie der NS-Medizin aufgezeigt. In den Hauptrollen: Ivo Pietzcker als Ernst Lossa, Sebastian Koch als Dr. Veithausen, Fritzi Haberlandt als Schwester Sophia und Juke Hermann als Nandl

„Gehörlose Opfer der Zwangssterilisation und der Euthanasie in der NS-Zeit“ ist ein Dokumentarfilm der Bundesvereinigung für Kultur und Geschichte Gehörloser. Der Film zeigt die Lebensgeschichten von einigen gehörlosen Opfern der Zwangssterilisationen und NS-Euthanasie. Der Filmautor Helmut Vogel und der Kameramann Jürgen Endress haben die von Zwangssterilisation Betroffenen an verschiedenen Orten aufgesucht und sie beim Erinnerungsprozess begleitet. Der etwa 50minütige Film möchte dazu beitragen, dass diese Geschehnisse nicht vergessen werden. Der Film wurde von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert und ist barrierefrei in Deutscher Gebärdensprache/Deutsch mit deutschen Untertiteln

„Ich werde nicht schweigen“ Eine junge Frau, Kriegerwitwe mit zwei Söhnen, wird im Konflikt mit der Sozialverwaltung in die Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen mit der Diagnose Schizophrenie eingewiesen. Nach ihrer Entlassung kämpft sie um ihre Rehabilitierung und nimmt wahr, dass zwar äußerlich der nationalsozialistische Spuk weg ist, nicht aber im Denken der Menschen und im Alltagsleben. Sie ahnt und beginnt zu verstehen, dass in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen Ungeheuerliches geschehen ist: die Tötung kranker und behinderter Menschen durch Vernachlässigung, Tothungern und Verweigerung medizinischer Hilfen.

„Heil Ernst“ ist ein Kurzfilm und als Drama gefilmt. Das Thema ist das NS-Euthanasieprogramm „Aktion T4“, ein Deckmantel für die Ermordung von hunderttausenden Behinderten, da sie für Hitler nur Ballastexistenzen waren. „Heil Emil“ handelt von einer deutschen Familie, deren Sohn Emil mit dem Down Syndrom geboren ist. Durch einen befreundeten SS-Offizier bekommt der in einer Pflegeanstalt untergebrachte Emil ein paar Tage Heimaturlaub. Helena, seine Mutter, weiß von dem Euthanasieprogramm und inszeniert im Alleingang einen Vermisstenfall, um ihn auf dem Dachboden versteckt zu halten. Als ihr Mann Paul dahinter kommt, versucht sie, ihn davon zu überzeugen, dass Emil in Lebensgefahr schwebt. Zudem lüftet der Nachbar Helenas Geheimnis und verrät die Familie.