Podiumsgespräche

In der Erinnerungswoche sind wir davon abgekommen, Informationen durch Vorträge zu vermitteln. Stattdessen haben wir der Form eines öffentlichen Gespräches auf dem Podium einen Vorrang gegeben. Darin sehen wir die Möglichkeit für einen ungezwungeneren Umgang und eine thematische Verbreiterung, weil mehr Personen über ein Thema sprechen.

Zu allen Podiumsgesprächen ist die Beteiligung von Gebärdendolmetschern geplant.

Podiumsgespräch, Montag, 3. Juli, 19:00 h, „Hierarchie der Opfergruppen in der öffentlichen Erinnerungskultur“ Es werden in der Gesprächsgruppe vergessene oder auch systematisch unterdrückte Opfer der NS-Gewaltherrschaft benannt und darüber hinaus nach den Gründen nachgegangen. Prof. Dr. W. Ritscher wird eine thematische Einführung geben und dann mit Vertretern vergessener Opfergruppen ein Gespräch führen. Die Veranstaltung wird durch die Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber eingebracht.

 

Podiumsgespräch, Mittwoch, 4. Juli, 15:00 h, „Ein Stein für Ernst“, der Stolperstein für Ernst Köhler war der erste für ein Opfer der NS-Euthanasie in Stuttgart. Ernst Köhler wurde am 22.08.1940 in Grafeneck im Alter von 41 Jahren vergast, weil er von Ärzten als >>lebensunwert<< bewertet wurde. Nach dem Ende des Nationalsozialismus war es dem Bruder des ermordeten Ernst Köhler trotz jahrzehntelanger Bemühungen nicht möglich gewesen, die Todesumstände zu klären. Zu stark war das Desinteresse der Justiz, der Sozialverbände, der Ärzteschaft und der Gesellschaft. Erst seiner Tochter, Nichte von Ernst, war es möglich gewesen, die Todesumstände zu erhellen und die Mörder festzustellen. Einfühlsam wird im Gespräch des Journalisten Dr. D. Heißenbüttel mit Goswinde Köhler-Hertweck, der Nichte des Mordopfers, die systematische Ermordung von kranken und behinderten Menschen durch Ärzte und das Desinteresse zur Aufklärung der Verbrechen bis in die 90iger Jahre des letzten Jahrhunderts informiert.

 

Ebenfalls am Mittwoch, 4. Juli, um 19:00 Uhr, findet ein Podiumsgespräch zur NS-Kindereuthanasie am konkreten Beispiel von Stuttgart statt. U. a. ist Dr. K-H. Marquart, Autor des Buches „Behandlung empfohlen“,>> NS-Medizinverbrechen an Kindern und Jugendlichen in Stuttgart << in der Gesprächsrunde. Die Veranstaltung wird durch das Katholische Bildungswerk Stuttgart getragen. Es wird ein Kostenbeitrag von ca. 8,- € erhoben.

Das nächste Podiumsgespräch ist am Donnerstag, 5. Juli, 19:00 h, zur vorgeburtlichen Diagnostik. Die ethische Problematik, daß aus der Diagnostik zu Behinderungen des ungeborenen Kindes keine Therapie, sondern die Abtreibung als Konzequenz folgt, findet nur in Fachzirkeln statt. Mit dem öffentlichem Gespräch wird der Versuch unternommen, das Thema einer Öffentlichkeit nahe zu bringen. Die Veranstaltung wird durch das Katholische Bildungswerk Stuttgart durchgeführt; evtl. Ist ein Kostenbeitrag von 8,- € fällig.

Am Freitag, 6. Juli, 14:00 h, findet ein Erfahrungsaustausch über „Menschen mit Handikaps in der Leistungsgesellschaft“ statt. Die Gesprächsrunde greift auf, welchen Herausforderungen sich Betroffene, Eltern, Betreuer*innen stellen müssen, wenn Menschen mit Behinderungen an einer stark an Leistung orientierten Gesellschaft teilhaben wollen. Die Veranstaltung wird ermöglicht durch einen Zuschuss der Lechler-Stiftung im Rahmen der Reihe: Inklusion: Gemeinsame Sache! Teilnehmer: Albert Ebinger und Mitarbeiter/innen aus dem bhz Behindertenzentrum Feuerbach; Robin Hackh und Mitarbeiter/innen aus dem Café Rudolfs; Dekan Klaus Käpplinger u.a. Die Veranstaltung wird durch das Evangelische Bildungszentrum Hospitalhof getragen.

Noch im Planungsstadium ein Seminar zur Einführung wie Folgen des Bundesteilhabegesetz in „einfacher Sprache“. Im Regelfall ist ein Elternteil von Menschen mit geistiger Behinderung der gesetzliche Betreuer. Das Bundesteilhabegesetz setzt völlig neue Maßstäbe in der Hilfe für behinderte Menschen, was für gesetzliche Betreuer neue An- und Herausforderungen mit sich bringt. Praxis- und handlungsbezogen soll in den neuen gesetzlichen Rahmen, seinen Möglichkeiten wie Grenzen, eingeführt werden. Angefragt: Landesarbeitsgemeinschaft der Angehörigenvertretungen für Menschen mit geistiger Behinderung in Baden-Württemberg e.V.