Termine

Jun
29
Fr
2018
Akustischer Stolperstein für Klara Leucht
Jun 29 – Jul 23 ganztägig

Ein akustischer Stolperstein für Klara Leucht wird vom 29.Juni bis zum 23.Juli.2018 in der Stuttgarter Innenstadt hörbar sein. Diese Hörstation wird die Aktionswoche „Schlaf, Kindlein, schlaf“ auch in den öffentlichen Stadtraum erweitern. Dort können die Passanten mit einer Handkurbel insgesamt vier Tondokumente abrufen. Sie informieren über das Schicksal der 17jährigen Klara Leucht, die ein Opfer der Kinder-Euthanasie wurde. 1941 vom Stuttgarter Gesundheitsamt in die Kinderfachabteilung Eichberg (Hessen) überwiesen, wurde sie dort ermordet.

Eine Installation des Wiesbadener Filmregisseur Jürgen Czwienk in Zusammenarbeit mit dem Stadtpalais Museum für Stuttgart.

 

Eröffnungsveranstaltung mit Vernissage zur Kunstausstellung
Jun 29 um 19:00

Die Eröffnungsveranstaltung lässt anklingen, was in der Erinnerungswoche Raum bekommt. Geplant ist Ansprache und Gespräch, Kultur, Musik von der Flötengruppe der Karl-Schubert-Werkstatt aus Filderstadt und von Markus Ege, Akkordeon, das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung und eine Vernissage. Die Moderation übernimmt Elka Edelkott von den AnStiftern.

Die Vernissage führt ein in den Bilderzyklus „Kinder, wir machen einen Ausflug! Die Kinder und der Tod“ von Mechthild Schöllkopf-Horlacher. Mit Malerei und Materialbildern thematisiert sie die Ermordung von Kindern durch das NS-Regime – Kinder von Izieu, Ernst Lossa und seine Freunde von Irsee/Kaufbeuren, Kinder vom Bullenhuser Damm, aus Rexingen und aus der „Kinderfachabteilung“ Stuttgart.

Die Bilder zeigen nicht die Gewalt, die Brutalität oder die extremen Tatumstände. Sensibel und respektvoll ermöglicht die Künstlerin vielmehr eine Annäherung an die Kinder in ihrer individuellen Art und in ihrem Kindsein. Das Erschrecken findet im Kopf des Betrachters oder der Betrachterin statt, wenn er oder sie die Begleitinformationen zu den Verbrechen an den Kindern liest.

Die Ausstellung wird während der gesamten Erinnerungswoche zugänglich sein. Für Schulklassen werden Führungen angeboten.

mit Gebärdendolmetscher )

Jun
30
Sa
2018
3 Skulpturen
Jun 30 – Jul 7 ganztägig

Susanna Giese wurde 1970 in der Dokumenta-Stadt Kassel geboren. Nach einem ‚Sozialen Jahr‘ und der Geburt Ihrer vier Kinder studierte Susanna Giese Bildhauerei an der EMK Freiburg. Es folgte ein Studium der Kunstpädagogik in Stuttgart sowie eine Ausbildung zur pädagogischen Begleiterin am JKI Nürtingen. Susanna Giese arbeitet mit großer Behutsamkeit, schon bei der Auswahl ihrer Materialien. Drei Arbeiten stellt sie der Erinnerungswoche „Schlaf, Kindlein, schlaf, …“ zur Verfügung: Nur eine Rose als Stütze“, Material: Eiche, Maße: 185x 50x 50cm, „Schlaf Kindlein schlaf“, Material: Cernit/ Textil/ Seide/ kleines Polster/antike Puppenschiffschaukel , Maße: 78x 70x 40 cm, Nichts ist vergessen, Material: Robinie/ Beton/ antiker Kinderwagen/ Steine, Maße: ca. 150x 2m x 1m,

Mitgliedschaft im
VBKW (Verband Bildender Künstlerinnen und Künstler Württemberg)
BfB (Berufsverband freischaffender Bildhauer Baden-Württemberg)
Lebt und arbeitet in eigenem Atelier in Stuttgart.

Ausstellung – „Kinder, wir machen einen Ausflug!“ Die Kinder und der Tod
Jun 30 – Jul 7 ganztägig

Die Malerin Mechtild Schöllkopf-Horlacher (1940 in Stuttgart geboren) beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit dem Schicksal von verfolgten Kindern im Nationalsozialismus. Daraus sind ihre Bilder entstanden, die an die ermordeten Kinder von Izieu, von Irsee, vom Bullenhuser Damm, aus Mulfingen, aus Rexingen und aus Stuttgart erinnern. Es geht ihr dabei nicht um eine „Dokumentation des Grauens“, vielmehr will sie die Sehnsüchte und die Träume der Kinder, ihre Zerbrechlichkeit und ihre Sorglosigkeit in Unkenntnis ihres Schicksals, malerisch sichtbar machen. Die Pastell- und Materialbilder werden mit Informationstexten ergänzt, die berichten, was mit den Kindern geschehen ist und wer die Täter waren.

Mechtild Schöllkopf-Horlacher ist Mitglied in der Initiative StolperKunst. StolperKunst greift die Idee der von Gunter Demnig geschaffenen Stolpersteine auf, um sie mit den Mitteln der Kunst zu erweitern.

Tanzperformance Bewegungschiffren
Jun 30 um 16:00 – 17:00

Tanzperformance

„Andersmenschen“ „Schlaf Kindlein schlaf…“

Begegnung zwischen zwei Welten, zwei Menschen, die das Leben auf unterschiedliche Weise

wahrnehmen. Jan, ein Mensch mit Down Syndrom – ein Mensch mit großem kreativem

Potential, tanzt mit Diana Maria Sagvosdkina. Daneben 8 weitere Menschen, die „anders“ sind –

„Andersmenschen“.

Eine Tanzperformance von 10 Menschen mit und ohne Behinderung.

www.bewegungschiffren.de

Dokumentationsfilm – Stetten. Grafeneck. 1940
Jun 30 um 17:30 – 18:30
403 Behinderte aus der Anstalt Stetten und der 1939 nach Stetten ausgelagerten badischen Anstalt Kork wurden 1940 mit den „Grauen Bussen“ nach Grafeneck transportiert und dort vergast.
70 Jahre später fand in Stetten eine Gedenkaktion statt. Im Dorf wurden 403 Stühle mit den Namen der Ermordeten aufgestellt, mit Hussen, die von Familienangehörigen, Schulklassen und KünstlerInnen gestaltet wurden. Im Rahmen der Gedenkaktion wurden zahlreiche Interviews mit ZeitzeugInnen aus dem Dorf, VertreterInnen der Einrichtung, Verwandten und Nachkommen der Toten geführt. So entstand ein Kaleidoskop der Erfahrungen und unterschiedlichen Reaktionen auf die „Euthanasie“.
Dauer: 60 Minuten
Ein Film der Allmende Stetten im Rahmen des „Projekt Dorfgedächtnis“
„Komm, schöner Tod“ Dokumentarisch-szenisches Theater mit Julianna Herzberg und Jan Uplegger
Jun 30 um 19:00 – 20:00

Schwäbische Alb – Grafeneck – ein schwarzer Fleck – übersehen und verschwiegen – wie auch die Grauen Busse oder das Verschwinden von kranken und behinderten Menschen im Rauch der Menschenöfen.

Wir fragen unter Verwendung von selbstgeführten Interviews-, Theaterszenen-Lyrik und performalen Mitteln: wie konnte es dazu kommen? was ist lebensunwert? damals / heute? in einer gnadenlosen Leistungsgesellschaft, wie verhält es sich mit einer Behinderung bei einer auf Optimierung und Perfektionierung eingestellten Gesellschaft?

Das Theater La Lune ist ein Kulturladen im Stuttgarter Osten, der als Dialograum und sozio-kulturelles Projekt ein Ort der Begegnung für Menschen aller Altersgruppen ist. Julianna Herzberg absolvierte die Hochschule für Musik und Theater Rostock; Schauspielstudium in Avignon; nach verschiedenen Engagements lebt sie heute als freischaffende Künstlerin in Stuttgart, 2013 gründete Sie das Theater La Lune. Jan Uplegger lebt als Schauspieler und Sprecher in Berlin, Schauspielstudium in Wien und Paris, Engagements in Theatern und Film

Julianna Herzberg ist Mitglied in der Initiative StolperKunst. StolperKunst greift die Idee der von Gunter Demnig geschaffenen Stolpersteine auf, um sie mit den Mitteln der Kunst zu erweitern.

Jul
1
So
2018
Ausstellung – „Kinder, wir machen einen Ausflug!“ Die Kinder und der Tod
Jul 1 – Jul 8 ganztägig

Die Malerin Mechtild Schöllkopf-Horlacher (1940 in Stuttgart geboren) beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit dem Schicksal von verfolgten Kindern im Nationalsozialismus. Daraus sind ihre Bilder entstanden, die an die ermordeten Kinder von Izieu, von Irsee, vom Bullenhuser Damm, aus Mulfingen, aus Rexingen und aus Stuttgart erinnern. Es geht ihr dabei nicht um eine „Dokumentation des Grauens“, vielmehr will sie die Sehnsüchte und die Träume der Kinder, ihre Zerbrechlichkeit und ihre Sorglosigkeit in Unkenntnis ihres Schicksals, malerisch sichtbar machen. Die Pastell- und Materialbilder werden mit Informationstexten ergänzt, die berichten, was mit den Kindern geschehen ist und wer die Täter waren.

Mechtild Schöllkopf-Horlacher ist Mitglied in der Initiative StolperKunst. StolperKunst greift die Idee der von Gunter Demnig geschaffenen Stolpersteine auf, um sie mit den Mitteln der Kunst zu erweitern.

Eurythmie – Matinee
Jul 1 um 11:00 – 12:15

 

Wundkorallen aus zerbrochenen Kehlenflöten.“
Eurythmie-Matinee mit dem Else-Klink-Ensemble und Studierenden des Eurythmeum Stuttgart.

Die Eurythmie-Matinee „Wundkorallen aus zerbrochenen Kehlenflöten“ wird eine Bewegungs-Komposition aus Sprache, Musik und aus Stille sein, in deren Zentrum Gedichte von Celan und Sachs stehen werden. Als im 3. Reich Verfolgte fanden die Lyrikerin Nelly Sachs (Nobelpreis 1966) und der Lyriker Paul Celan (Büchner-Preis 1960) zu einer neuen lyrisch-metaphorischen Sprache – Leid wurde Kunst. Stille Choreografien schaffen darüber hinaus einen Raum der Andacht, der dem Andenken der ermordeten Kinder gewidmet sein wird. Künstlerische Leitung: Tania Mierau.

Das Else-Klink-Ensemble ist seit vielen Jahrzehnten eines der renommiertesten, auch international wirksamen Eurythmie-Ensembles. Heimat des Ensembles und Ausgangsort für Gastspiele und Tourneen ist das Eurythmeum Stuttgart, das 1924 als weltweit erstes Eurythmie-Konservatorium gegründet wurde. Heute ist das Eurythmeum Stuttgart ein internationales Zentrum für Eurythmie, das mit Bachelor- und Masterstudiengängen (in Kooperation mit der Freien Hochschule Stuttgart) angehende Eurythmisten aus aller Welt ausbildet.

Lage-Eurythmeum

Lageplan Eurythmeum

„Schön ist die Welt“ – eine Gedenkstunde für die Zukunft
Jul 1 um 17:00 – 18:00

„Schön ist die Welt“ – eine Gedenkstunde für die Zukunft

Irgend etwas bleibt immer zurück, wenn die vergifteten Vorstellungen von Nazis zur Ermordung von Kindern führt. Manchmal sind es Kleidungsstücke oder Spielsachen. Das sind zwar Gegenstände aber dennoch können sie Geschichten erzählen, z.B. von einem Teddybär, der einmal Clara gehört hat. Was auch immer erzählbar ist, es verläuft an den Grenzen der Erinnerung. Das Wortlose der Musik erreicht das Vorsprachliche unserer Empfindungen und des Mitgefühls. In der Musik sind wir ausgesetzt und in der Dauer ihres Klangs darin verhaftet. Musik ist wie ein erzählter Traum, bei dem schon im Reden fühlbar ist, dass es nicht genau das wiedergibt, was den Traum ausmacht. Mit Jugendlichen verfolgen Rike Kohlhepp und Beatrice Büchsel die Spur der Erinnerung an die Euthanasieopfer mit einer dialogischen Beziehung zwischen Musik und einem Spielzeugbär.

Rike Kohlhepp ist Geigerin, die über die Improvisation zur Komposition fand. und in diesem Projekt ihre künstlerischen und pädagogischen Erfahrungen zusammenführt. Interaktive Kunstbegegnungen haben ihren Weg geprägt.
Dr. phil. Beatrice Büchsel ist Philosophin und Kulturschaffende im Bereich Bühnenbild, Marionettentheater und Kunstworkshop. Sie führt in die ästhetischen Fragen der Gegenwartskunst entlang Ausstellungen ein, eröffnet Ausstellungen und hält Vorträge.

www.rike-kohlhepp.de

Rootsmusic – Songs & Balladen mit Stimme, Gitarre, Geige und Flöte
Jul 1 um 20:00 – 21:00

Rootsmusic
Songs & Balladen mit Stimme, Gitarre, Geige + Flöte

Ausgewählte Songs und Balladen, die unterschiedliche Geschichten aus dem facettenreichen Menschsein erzählen; manchmal subtil, poetisch, manchmal sehr offen und direkt – u. a. von Leonhard Cohen, Johnny Cash, Brownie Mc Ghee, Ed Sheeran sowie aus eigener Feder
NICK BROWN, Sänger, Gitarrist, Harpspieler, Songwriter, befasst sich schon ein halbes Jahrhundert mit der Rootsmusic Nordamerikas. Musik, die aus der der einfachen Bevölkerung, aus deren Traditionen, heraus entstand. Einflüsse aus Afrika, Irland, Schottland usw. prägten diese Musik. Blues, Folk, Country, Gospel.
Als aktiver Musiker, mit zahllosen Auftritten, interpretiert er, mit markanter Stimme, Songs aus diesem Genre. Als Songwriter, schreibt und singt er Eigenkompositionen, die diesem Stil entsprechen.
Sein Partner, DEE BUSH, u.a. Mitglied im Staatsorchester Stuttgart, bereichert einfühlsam und mit stilistischer Sicherheit, mit Geige und verschiedene Flöten die unterschiedlichen Songs.
MARA B.,bringt sich mit jugendlicher Frische, Sicherer Intonation und mit ihrer tragenden Stimme, stilistisch natlos ein
Jul
2
Mo
2018
Montag – Schließtag
Jul 2 ganztägig

Montag – keine Veranstaltungen – Schließtag des Stadtmuseums

Barriererfreier Stadtrundgang Stuttgart im Nationalsozialismus
Jul 2 um 15:00 – 17:30

Treffpunkt: Ecke Fritz-Elsas-Straße / Hospitalstraße

Bei dieser Stadterkundung in barrierefreier Form für Menschen mit Handicap werden Orte aufgesucht, welche während der Zeit des Nationalsozialismus in Stuttgart im Sinne des aktiven Widerstands oder der lokalen Machtausübung eine zentrale Rolle einnahmen. Unter anderem werden das Rathaus Stuttgart und das Mahnmal für alle Opfer des Nationalsozialismus aufgesucht. Alle Stationen sind für Menschen im Rollstuhl oder mit Gehhilfen frei zugänglich. Taktile Materialien für Personen mit einer hochgradigen Sehbehinderung oder Erblindung unterstreichen die Ausführungen vor Ort; Veranstalter: Stadtjugendring Stuttgart e.V.; Gebärdendolmetscher anwesend*

Jul
3
Di
2018
Filmaufführung für angemeldete Gruppen „Nebel im August“
Jul 3 um 10:00 – Jul 6 um 12:00

Sonderaufführungen für Schul- und Ausbildungsklassen, Seniorengruppen, Freizeitgruppen usw. von 10:00 bis 15:00 Uhr möglich – Anmeldung über Projektbüro

Spielfilm „Nebel im August“

Nach einer wahren Begebenheit – Süddeutschland, Anfang der 1940er-Jahre. Der 13-jährige Ernst Lossa, Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht, den behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder.

Geführte Besichtigung der Kunstausstellung „Kinder, wir machen einen Ausflug!“
Jul 3 um 10:00 – Jul 6 um 15:00

Das Stuttgarter Jugendhaus, Lernort Geschichte, bietet Führungen mit jugendlichen Guides durch die Bilderausstellung  >> „Kinder, wir machen einen Ausflug!“ Die Kinder und der Tod << für Schul- und Ausbildungsklassen sowie Jugendgruppen. Anmeldung erforderlich beim Jugendhaus; von 10:00 bis 15:00 Uhr tägliche Führungszeit

Spielfilm „Nebel im August“
Jul 3 um 15:00 – 16:30

„Nebel im August“

Nach einer wahren Begebenheit – Süddeutschland, Anfang der 1940er-Jahre. Der 13-jährige Ernst Lossa, Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht, den behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder.

Die Beschäftigung mit den NS-Euthanasieverbrechen durch die Filmkunst und in Form eines Spielfilms ist schon etwas besonderes. Keine spektakulären Bilder, keine dumpfen Nazis in lautem Befehlsmodus sondern eine sensible und ruhige Geschichte, die das Schreckensregime aufzeigen.

Filmdokumentation „Gehörlose Opfer der Zwangssterilisation und der Euthanasie in der NS-Zeit“
Jul 3 um 17:00 – 18:00

Filmdokumentation

„Gehörlose Opfer der Zwangssterilisation und der Euthanasie in der NS-Zeit“

Die Filmdokumentation der Bundesvereinigung für Kultur und Geschichte Gehörloser zeigt die Lebensgeschichten von einigen gehörlosen Opfern der Zwangssterilisationen und NS-Euthanasie. Der Filmautor Helmut Vogel und der Kameramann Jürgen Endress haben die von Zwangssterilisation Betroffenen an verschiedenen Orten aufgesucht und sie beim Erinnerungsprozess begleitet.

Der etwa 50minütige Film möchte dazu beitragen, dass diese Geschehnisse nicht vergessen werden. Der Film wurde von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert und ist barrierefrei in Deutscher Gebärdensprache/Deutsch mit deutschen Untertiteln.

Podiumsgespräch „Vergessene“ Opfergruppen in der deutschen Erinnerung nach 1945″
Jul 3 um 19:00 – 20:30

Es gibt zahlreiche Gruppen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, gedemütigt, eingesperrt, ermordet wurden, die aber im Erinnerungs- und Gedenkdiskurs der Bundesrepublik Deutschland bis über die Jahrtausendwende hinaus keinen Platz hatten. Dazu zählen u.a. Sinti und Roma, die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation, homosexuelle Männer, sozial unangepasste Menschen wie Landfahrer, Obdachlose, Arbeitslose die sich dem Zugriff der Arbeitsverwaltung und der Unternehmen entzogen, politische Oppositionelle jenseits des liberalen bürgerlichen Spektrums, Kriegsgefangene aus der UdSSR, ZwangsarbeiterInnen aus den besetzten europäischen Ländern und hier vor allem aus Osteuropa und der UdSSR, Deserteure und wehrdienstverweigernde Zeugen Jehovas, Mitglieder von Widerstandsgruppen in den besetzten Ländern, z.B. auch Partisanen, Jugendliche, die sich der offiziell verordneten Kultur widersetzten, in Polen geraubte „arisch“ aussehende Kinder, die zwangsweise an linientreue deutsche Familien „verschenkt“ wurden. Sie sollen im Rahmen der o.g. Veranstaltung in mehrfacher Hinsicht zu Wort kommen. In einem kurzen Einführungsvortrag wird Wolf Ritscher das breite Spektrum der Opfergruppen und die Gründe für den ungleichen Umgang skizzieren. Danach werden in einem von ihm moderierten Panel exemplarisch drei RepräsentantInnen zu Wort kommen, um ihre Perspektive und die ihrer Gruppe darzustellen. Anschließend werden die ZuhörerInnen mit einbezogen, damit Personen, die einer bestimmten Opfergruppe verbunden sind, sich entsprechend einbringen können. Moderation und Einführung: Prof. Dr. Wolf Ritscher, eine Veranstaltung der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber,

( geplant: 2. Std. Gebärdendolmetscher )

www.hotel-silber.de

Jul
4
Mi
2018
Stadtspaziergang zu NS-Medizinverbrechen
Jul 4 um 9:00 – 12:00

Bei diesem Stadtspaziergang in Stuttgart-Nord wollen wir die NS-Medizinverbrechen an Kindern und Jugendlichen in den Blick nehmen und verschiedene Erinnerungsorte aufsuchen. Wir werden unter anderem das „Zeichen der Erinnerung“ und das ehemalige städtische Kinderkrankenhaus besuchen und uns mit den Biographien von Opfern beschäftigen.

Team: Matthias Rumm (Jugendpfarrer des ev. Kirchenkreises Stuttgart / Leitung der Jugendkirche), Friederike Hartl (Stadtjugendring Stuttgart e.V.), Dr. Karl-Horst Marquart , Gebärdendolmetscher anwesend*

Filmaufführung für angemeldete Gruppen „Nebel im August“
Jul 4 um 10:00 – Jul 7 um 12:00

Sonderaufführungen für Schul- und Ausbildungsklassen, Seniorengruppen, Freizeitgruppen usw. von 10:00 bis 15:00 Uhr möglich – Anmeldung über Projektbüro

Spielfilm „Nebel im August“

Nach einer wahren Begebenheit – Süddeutschland, Anfang der 1940er-Jahre. Der 13-jährige Ernst Lossa, Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht, den behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder.

Geführte Besichtigung der Kunstausstellung „Kinder, wir machen einen Ausflug!“
Jul 4 um 10:00 – Jul 7 um 15:00

Das Stuttgarter Jugendhaus, Lernort Geschichte, bietet Führungen mit jugendlichen Guides durch die Bilderausstellung  >> „Kinder, wir machen einen Ausflug!“ Die Kinder und der Tod << für Schul- und Ausbildungsklassen sowie Jugendgruppen. Anmeldung erforderlich beim Jugendhaus; von 10:00 bis 15:00 Uhr tägliche Führungszeit

„Ein Stein für Ernst“ – Gespräch über einen Krankenmord
Jul 4 um 15:00 – 16:00

Ein Stein für Ernst“ – ein Gespräch mit der Nichte eines Euthanasieopfers

Der „Stolperstein“ für Ernst Köhler war der erste in Stuttgart für ein Opfer der NS-Euthanasieverbrechen. Nach dem Ende des Nationalsozialismus war es dem Bruder des ermordeten Ernst Köhler trotz jahrzehntelanger Bemühungen nicht möglich gewesen, die Todesumstände zu klären. Zu stark war die Interesselosigkeit der Justiz, der Sozialverbände, der Ärzteschaft und der Gesellschaft. Erst seiner Tochter, der Nichte von Ernst Köhler, war es möglich gewesen, die Todesumstände zu erhellen und die Mörder festzustellen.

Einfühlsam wird im Gespräch des Journalisten Dr. D. Heißenbüttel mit Goswinde Köhler-Hertweck, der Nichte des Mordopfers, die systematische Ermordung von kranken und behinderten Menschen durch Ärzte informiert und wie in der Nachkriegszeit systematisch die NS-Euthanasieverbrechen zum Vergessen gebracht wurden.

( geplant: 1 Std. Gebärdendolmetscher )

„Nur ein kurzes Leben – kindliche Euthanasieopfer in der Literatur“
Jul 4 um 17:00 – 18:30

„Nur ein kurzes Leben – kindliche Euthanasieopfer in der Literatur“

Die Ermordung von Kindern im Rahmen des mörderischen Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten wurde lange Zeit verschwiegen. Erst in den letzten Jahren entwickelte sich, meist auf Grund individueller Initiativen dazu eine Erinnerungskultur, die den Opfern Namen gibt und auch Mahnung sein will.

Auch in der Literatur taucht dieses Thema erst in den letzten Jahren auf, von Ausnahmen wie Franz Jungs Erzählung „Das Jahr ohne Gnade“ einmal abgesehen. Die Veranstaltung mit einem Büchertisch stellt einige Werke von bekannten und unbekannteren Autoren/-innen vor, die sich mit dem Thema Kindereuthanasie in literarischer Form auseinander setzen.

(geplant 1,5 Std. Gebärdendolmetscher)

www.buch-plakat.de

 

 

„Behandlung empfohlen“ Podiumsgespräch zur NS-Kinder-„Euthanasie“ in Stuttgart und anderswo,
Jul 4 um 19:00 – 20:30

„Behandlung empfohlen“ Podiumsgespräch zur NS-Kinder-„Euthanasie“ in Stuttgart und anderswo, Veranstaltung Katholisches Bildungswerk Stuttgart, Unkostenbeitrag: 8,00 €
Kinder-Euthanasie meint beschönigend die systematische Auswahl und Ermordung von Kindern mit (und auch ohne) Behinderungen und Missbildungen. Ab 1943 bis zum Kriegsende wurden auch am Städtischen Kinderkrankenhaus Stuttgart behinderte oder missgebildete Kinder ermordet, das Gesundheitsamt Stuttgart übernahm die Auswahl der zu tötenden Kinder wie die weitere Zuführung der Kinder zu den Vernichtungsanstalten.
Aber auch der Blick in die Gegenwart und Zukunft soll nicht fehlen, nämlich das Vergessen der NS-Euthanasieverbrechen wie der Mörder nach dem Krieg und die Frage nach dem Gedenken und der Aufarbeitung.
Teilnehmer: Dr. Karl-Horst Marquart, bis 2011 Arzt im Gesundheitsamt Stuttgart, Mitbegründer der Stolperstein-Initiativen, apl. Prof. Maike Rotzoll, Fachärztin für Psychiatrie, Medizinhistorikerin, Dr. Hans-Werner Scheuing, Autor, Sonderschullehrer

( geplant: 2 Std. Gebärdendolmetscher )

www.kbw-stuttgart.de

Jul
5
Do
2018
Filmaufführung für angemeldete Gruppen „Nebel im August“
Jul 5 um 10:00 – Jul 8 um 12:00

Sonderaufführungen für Schul- und Ausbildungsklassen, Seniorengruppen, Freizeitgruppen usw. von 10:00 bis 15:00 Uhr möglich – Anmeldung über Projektbüro

Spielfilm „Nebel im August“

Nach einer wahren Begebenheit – Süddeutschland, Anfang der 1940er-Jahre. Der 13-jährige Ernst Lossa, Sohn fahrender Händler und Halbwaise, ist ein aufgeweckter aber unangepasster Junge. Die Kinder- und Erziehungsheime, in denen er bisher lebte, haben ihn als „nicht erziehbar“ eingestuft und schieben ihn schließlich wegen seiner rebellischen Art in eine Nervenheilanstalt ab. Nach kurzer Zeit bemerkt er, dass unter der Klinikleitung von Dr. Veithausen Insassen getötet werden. Er setzt sich zur Wehr und versucht, den behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen. Schließlich plant er die Flucht, gemeinsam mit Nandl, seiner ersten Liebe. Doch Ernst befindet sich in großer Gefahr, denn Klinikleitung und Personal entscheiden über Leben und Tod der Kinder.

Geführte Besichtigung der Kunstausstellung „Kinder, wir machen einen Ausflug!“
Jul 5 um 10:00 – Jul 8 um 15:00

Das Stuttgarter Jugendhaus, Lernort Geschichte, bietet Führungen mit jugendlichen Guides durch die Bilderausstellung  >> „Kinder, wir machen einen Ausflug!“ Die Kinder und der Tod << für Schul- und Ausbildungsklassen sowie Jugendgruppen. Anmeldung erforderlich beim Jugendhaus; von 10:00 bis 15:00 Uhr tägliche Führungszeit

Spielfilm „Ich werde nicht schweigen“
Jul 5 um 14:00 – 15:30

Spielfilm „Ich werde nicht schweigen“,

Die junge Kriegswitwe Margarete Oelkers bringt sich und ihre beiden Söhne als Modellschneiderin 1948 mehr schlecht als recht durch. Die ihr zustehende Kriegswitwenrente erhält sie nicht, weil ihr eine Bestätigung über die Beschäftigung ihres Mannes beim Gesundheitsamt verweigert wird. Als sie deshalb auf dem Fürsorgeamt die Kontrolle verliert, wird sie von Dr. Ahrens, dem ehemaligen Vorgesetzten ihres Mannes, mit der Diagnose Schizophrenie in die Heil- und Pflegeanstalt in Wehnen eingewiesen. Ein ganzes Jahr verbringt Margarete in der Anstalt und wird dort „behandelt“. Nach ihrer Entlassung wird sie unter die Vormundschaft eines Nachbarn mit brauner Vergangenheit gestellt. Traumatisiert kehrt Margarete in ihre alte Wohnung zurück und kämpft um ihre Rehabilitierung und das Sorgerecht für ihre Kinder. Sie fordert von den behandelnden Ärzten eine Bescheinigung, nie an Schizophrenie erkrankt zu sein. Margarete freundet sich mit Antje an, einer jungen Frau, deren Mutter während des Nazi-Regimes in Wehnen verstorben ist. Bald ahnt Margarete, dass in Wehnen mit den Kranken Ungeheuerliches passiert ist. Sie beginnt, die Aufzeichnungen ihres Mannes zu verstehen, der offenbar Vernachlässigung und bewusstes Tothungern ausgewählter Patienten in Wehnen heimlich dokumentierte. Sie sammelt all ihren Mut und stellt Dr. Ahrens zur Rede. Doch Ahrens lässt sich nicht so leicht einschüchtern.

Das neue Bundesteilhabegesetz (BTHG) – mehr Selbstbestimmung, mehr Teilhabe, mehr Möglichkeiten ???
Jul 5 um 16:00 – 17:30

Die Erwartungen an das neue Gesetz sind groß. Menschen mit Behinderungen sollen mehr in ihrem Leben selbst bestimmen können. Jeder Mensch mit Behinderung soll genau die Hilfe und Unterstützung erhalten, die er oder sie im Alltag braucht. Egal, ob beim Lernen, beim Wohnen und Arbeiten oder in der Freizeit. Beratung auf Augenhöhe erhalten Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige bei den neuen „Ergänzenden Unabhängige Beratungsstellen (EUTB)“.
Jutta Pagel-Steidl, Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg e.V., gibt einen Überblick über das neue Bundesteilhabegesetz aus der Sicht von Menschen mit Behinderungen und deren Familien. Der Landesverband ist ein Zusammenschluss von über 40 regionalen Selbsthilfeorganisationen für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung in Baden-Württemberg. Er wurde 1966 von Eltern spastisch behinderten Kindern gegründet. Leitmotiv ist „Gemeinsam stark mit Behinderung. Alle inklusive – dafür setzen wir uns ein!“ Weitere Informationen unter www.lv-koerperbehinderte-bw.de

DiaShow „Ein Stein für Gerda“
Jul 5 um 18:00 – 18:15

DiaShow
„Ein Stein für Gerda“

Bildbericht zur Verlegung eines Stolpersteines im Jahr 2013 für Gerda Metzger vor der ehemaligen Stuttgarter Kinderklinik. Gerda wurde 1943 gegen den Willen Ihrer Mutter in die Stuttgarter Kinderklinik verbracht und dort von Ärzten ermordet. Ihr Todesurteil: Behinderung Im Frühjahr 2013 wurde zur Erinnerung an Gerda und dem Gedenken für die in der Stuttgarter Kinderklinik ermordeten Kinder vom Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig ein Stolperstein verlegt.

DiaShow „Spur der Erinnerung“
Jul 5 um 18:15 – 18:30

Im Oktober 2009 wurde von Grafeneck auf der Schwäbischen Alb bis in den Stuttgarter Kessel eine durchgehende Farbspur zur Erinnerung der NS-Euthanasieverbrechen gemalt. Vier Tage lang malten Senioren, Schüler, Menschen mit und ohne Handikap, Beamte und Arbeiter an der Spur. Nicht an die Opfer, sondern an die verschwiegenen Täter >Akademiker an Schreibtischen<  im Innenministerium sollte erinnert werden. Der Bildbericht zeigt die außergewöhnliche Aktion und gibt Informationen zum geschichtlichen Hintergrund.