„Bis zum letzten Tanz“

Premiere am 6. Oktober 2017, 20 Uhr
im Wilhelma-Theater

Stückentwicklung von Christian Schönfelder und Kjell Moberg
Koproduktion mit dem Jungen Ensemble Stuttgart (JES)

Es sind unruhige Zeiten. Der Streit um die Deutungshoheit über Begriffe und Werte eskaliert zusehends. Auf Demonstrationen kommt es mehr und mehr zu gewalttätigen Exzessen. Extreme Ansichten, rechte wie linke, werden salon- und vielleicht sogar mehrheitsfähig.

„Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist“, sagte Erich Kästner. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Lawine aufzuhalten?

In Zeiten politischen Umbruchs tut es gut, sich von den immer absurderen Meldungen in den Medien und den Mühen des Alltags abzulenken: ob mit Musik oder Unterhaltung, mit Sport oder Hochkultur…

Suse Rosen tanzt sich am Stuttgarter Theater Ende der 20er Jahre in die Herzen des Publikums: mit 17 Jahren als „traumzarte Elfenbeingestalt“ in Stuttgart gefeiert, mit 22 Jahren beschimpft, 1933, im Jahr darauf per Postkarte gekündigt und mit Berufsverbot belegt. Sie muss das Land verlassen, um überleben zu können.  Andere bleiben, sie hoffen dass der „Spuk“ bald ein Ende haben möge, dass die absurden Politikergestalten schnell wieder abgelöst und deren abstrusen Anordnungen zurückgenommen werden.  Niemand ist so naiv und wartet dabei einfach nur auf bessere Zeiten: Der Alltag geht schließlich weiter. Und die Pläne mit der eigenen Ausbildung? Der Karriere? Der Familie? Ist das alles zu riskieren für eine allgemeine Demonstration gegen die neue Ordnung?  Oder für eine konkrete Aktion gegen den neuen Parteivorsitzenden, der in Stuttgart eine seiner Wahlkampfreden halten wird? Was ist jetzt zu tun?

Diese Stückentwicklung, die in Koproduktion mit dem JES stattfindet, ist inspiriert von verschiedenen tatsächlichen Ereignissen und Lebenswegen in Stuttgart in den 1930er Jahren.  Das Schicksal von Susanne Rosenthal war einer der Ausgangspunkte für die aktuelle Produktion, die die Tänzerin in einem Stuttgarter Freundes- und Bekanntenkreis  vor dem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben zeigt.

Kjell Moberg, Gründer und künstlerischer Leiter der internationalen Theatercompanie N.I.E. wurde zuletzt im Frühjahr 2017 mit  der „Hedda“, dem höchsten Theaterpreis Norwegens ausgezeichnet.

Dank an das Hauptstaatsarchiv Ludwigsburg und die Initiative Stolperstein Stuttgart für die Unterstützung bei unseren Recherchen.

Es spielen die Schauspielstudierenden des 3. Jahrgangs der HMDK Stuttgart:  Lua Mariell Barros Heckmanns, Daniel Dietrich, Giovanni Funiati, Lorena Handschin, Sebastian Kempf, Jelena Kunz, Thorsten Rodenberg, Arwen Schünke

Regie: Kjell Moberg
Ausstattung: Kersten Paulsen
Autor: Christian Schönfelder
Musik: Frank Kuruc
Dramaturgie: Frederik Zeugke
Mit Studierenden des 3. Jahrgangs der Schauspielschule der HMDK

Premiere am 6. Oktober 2017, 20 Uhr
Weitere Vorstellungstermine:
Freitag, 13. Oktober 2017, 20 Uhr
Samstag, 14. Oktober 2017, 20 Uhr
Samstag, 21. Oktober 2017, 20 Uhr
Samstag, 4. November 2017, 20 Uhr
Samstag, 18. November 2017, 20 Uhr
Samstag, 2. Dezember 2017, 20 Uhr
Sonntag, 3. Dezember 2017, 18 Uhr
Donnerstag, 7. Dezember 2017, 20 Uhr
Freitag, 8. Dezember 2017, 20 Uhr

Karten über: https://shop.reservix.de/off/login_check.php?vID=4344&id=c6c8be27c3c51c954c046749075b6b2ff4efd1ade10cf5784a5afa2abd8104e2ee87889e14cc8fb7ae2afaeedc43260a&eventGrpID=239464

Der Verein Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V. schreibt dazu:

Das Stück ist entstanden im Kontext des Projekts StolperKunst, einem Impuls der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen, der Künnstlerinnen und Künstler aller Sparten einlädt mit Mitteln der Kunst Erinnerung zu beleben und die mit den Stolpersteinen verbundenen Gesvchichten aufzugreifen und mit aktuellen Fragen zu verknüpfen. Die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst gehört zu den Institutionen, die StolperKunst  mittragen. Mehr zum Projekt perKunst findet Ihr hier: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=961

Die Produktion “ Bis zum letzten Tanz“ knüpft an an das Schicksal der Stuttgarter Tänzerin Suse Rosen an. Die  Stückentwicklung  ist inspiriert von verschiedenen tatsächlichen Ereignissen und Lebenswegen in Stuttgart in den 1930er Jahren.  Das Schicksal von Suse Rosen war einer der Ausgangspunkte für die aktuelle Produktion, die die Tänzerin in einem Stuttgarter Freundes- und Bekanntenkreis  vor dem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben zeigt. „Es sind unruhige Zeiten“, heißt es in der Ankündigung des Stücks, „der Streit um die Deutungshoheit über Begriffe und Werte eskaliert zusehends.“ Hoch aktuell also.

 

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